BIBB-Zahlen

Aktuelle BIBB-Zahlen: 25.000 neue Ausbildungsverträge in Gastronomie und Hotellerie – Köche und Hotelfachleute weiter unter TOP 20

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Zahlen für die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Stichtag 30. September 2017 veröffentlicht. Im Betrachtungszeitraum wurden in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen über 25.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Hotellerie und Gastronomie gehören damit erneut zu den größten Ausbildungsbranchen des Landes.

Unter dem Strich gab es bis zum Ende des dritten Quartals 2017 in den Branchenberufen ein leichtes Minus von 1,6 Prozent. Jedoch stellen sich dabei die sechs verschiedenen gastgewerblichen Ausbildungsberufe höchst unterschiedlich dar: Außer bei den Hotelkaufleuten (+7,4%) gab es auch bei den Fachkräften im Gastgewerbe einen starken Zuwachs um 9,5 Prozent. Letzteres dürfte auch, aber nicht nur auf die Zunahme von Geflüchteten in Ausbildung zurückgehen. Erstmals seit Jahren gab es auch im Ausbildungsberuf Koch/Köchin wieder ein Plus von 0,8 Prozent, sodass damit 2017 über 9.200 angehende Köchinnen und Köche in die Ausbildung gestartet sind.

In allen Serviceberufen sind dagegen die Ausbildungszahlen weiter rückläufig. Besonders deutlich sind die Rückgänge mit 14,8 Prozent bei den Fachleuten für Systemgastronomie. Aber auch das Restaurantfach muss erneut deutliche Rückgänge um 7,1 Prozent hinnehmen. Im Hotelfach schlossen 2,4 Prozent weniger junge Leute einen Ausbildungsvertrag als im Vorjahr. Der Beruf zählt aber mit ebenfalls über 9.200 neuen Azubis weiter zu den Top 20 aller rund 350 Ausbildungsberufe.

In den neuen Bundesländern (inkl. Berlin) stellt sich die Entwicklung mit minus 4,7 Prozent wesentlich schwächer dar als in Westdeutschland (-0,7 %). Insbesondere die Hotelfachleute mit minus 9,7 und die Restaurantfachleute mit minus 14 Prozent fallen hier deutlich ab.

Branchenübergreifend hat im Jahr 2017 sowohl die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze als auch die Zahl der jungen Menschen zugenommen, die eine duale Berufsausbildung nachfragten. Allerdings ist zum achten Mal in Folge die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze gestiegen. Mit 48.900 (+12,6 %) gab es zum 30. September so viele offene Ausbildungsstellen wie seit 1994 nicht mehr. Dass erstmalig seit dem Jahr 2011 der Negativtrend bei der Ausbildungsplatznachfrage gebrochen werden konnte, ist nach den Analysen des BIBB und der BA Folge des zunehmenden Ausbildungsinteresses der nach Deutschland geflüchteten Menschen. 

Da das Ausbildungsplatzangebot bundesweit noch stärker zunahm (+ 8.500 beziehungsweise +1,5 % auf 572.200) als die Nachfrage, verbesserten sich die Marktverhältnisse aus Sicht der Jugendlichen weiter. Gleichwohl gab es weiterhin beträchtliche regionale Unterschiede. In der Folge halten die Schwierigkeiten, Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage zusammenzuführen, weiterhin an.

Insgesamt wurden bundesweit 523.300 neue Ausbildungsverträge registriert, 3.000 beziehungsweise 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.